Mutagenität und Genotoxizität | OECD 487
OECD 487 | In-vitro-Mikrokerntest an Säugetierzellen
Der In-vitro-Mikrokern-/Mikronukleustest an Säugetierzellen (MN-Test, OECD TG 487) ist ein zentraler Bestandteil der meisten regulatorischen Teststrategien zur Genotoxizitätsprüfung. Er dient der Bewertung chromosomaler Schäden in Säugetierzellen und wird weltweit im regulatorischen Umfeld eingesetzt, um klastogene und aneugene Effekte von Chemikalien, Pharmawirkstoffen, Pflanzenschutzmitteln, Medizinprodukten und Nanomaterialien nachzuweisen.
Der Test identifiziert:
· klastogene Effekte (Chromosomenbrüche)
· aneugene Effekte (Veränderungen der Chromosomenzahl)
Damit zählt der OECD 487 Mikrokerntest zu den wichtigsten In-vitro-Genotoxizitätstests im Rahmen internationaler regulatorischer Anforderungen wie beispielsweise REACH, OECD, ICH und EFSA.
Differenzierung zwischen klastogenen und aneugenen Mechanismen
Zur weiteren Untersuchung des Wirkmechanismus kann eine Zentromeranalyse mittels Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) durchgeführt werden. Die FISH-Analyse ermöglicht die Unterscheidung zwischen:
· klastogenen Mechanismen
· aneugenen Mechanismen
Diese Differenzierung ist insbesondere unter REACH relevant, wenn im Mikrokerntest eine erhöhte Mikrokernbildung beobachtet werden.
OECD 487 für Nanomaterialien
Für die Prüfung von Nanomaterialien sind spezifische Anpassungen des OECD-487-Prüfdesigns erforderlich. Wissenschaftlich belastbare Ergebnisse setzen voraus, dass:
· die zelluläre Aufnahme des Nanomaterials nachgewiesen wird
· eine effektive Exposition bestenfalls in Form einer stabilen Dispersion bestätigt wird
Unsere Experten unterstützen Sie bei der Entwicklung geeigneter Teststrategien für Nanomaterialien gemäß aktuellen regulatorischen Anforderungen.
Testprinzip des In-vitro-Mikrokerntests
Der OECD-487-Test untersucht die Bildung von Mikrokernen in Interphasezellen. Mikrokerne können entstehen durch:
· azentrische Chromosomenfragmente ohne Zentromer oder
· vollständige Chromosomen, die während der Anaphase nicht korrekt segregieren
Der Assay bewertet das Potenzial einer Substanz, genetische Schäden in Zellen zu induzieren, die mindestens einen Zellteilungszyklus durchlaufen haben.
Prüfumfang gemäß OECD TG 487
Im initialen Experiment wird eine Kurzzeitexposition durchgeführt:
· mit metabolischer Aktivierung (S9)
· ohne metabolische Aktivierung
Bei negativen oder uneindeutigen Ergebnissen wird ein zweites modifiziertes Experiment durchgeführt:
· verlängerte Exposition ohne S9 oder
· Kurzzeitexposition mit erhöhter S9-Konzentration
Eine Formulierungsanalyse kann in das Studiendesign integriert werden.
Verwendetes Testsystem
TK6 CRL-8015™ (Humane lymphoblastoide Zelllinie aus der Milz)
Endpunkte und Bewertung
Das genotoxische Potenzial einer Testsubstanz wird durch Vergleich der Mikrokernbildungsrate mit einer Negativkontrolle bewertet.
Bei positiven Ergebnissen kann eine anschließende FISH-Analyse eingesetzt werden, um den zugrunde liegenden Mechanismus zu bestimmen:
· klastogen
· aneugen
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Unsere OECD-487-Testdienstleistungen unterstützen internationale regulatorische Programme für:
· Chemikalien
· Pharmazeutika
· Agrochemikalien
· Medizinprodukte
· Nanomaterialien
Wir entwickeln maßgeschneiderte Studienkonzepte entsprechend aktueller OECD-, ICH-, EFSA- und REACH-Anforderungen.
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FAQ – OECD 487 In-vitro-Mikronukleustest
Was ist der OECD 487 Mikronukleustest?
Der OECD 487 In-vitro-Mikronukleustest oder auch Mikrokerntest ist ein regulatorisch anerkannter Genotoxizitätstest zur Untersuchung chromosomaler Schäden in Säugetierzellen. Der Test identifiziert sowohl klastogene Effekte (Chromosomenbrüche) als auch aneugene Effekte (Veränderungen der Chromosomenzahl).
Wofür wird OECD TG 487 verwendet?
OECD TG 487 wird verwendet, um das genotoxische Potenzial von Chemikalien, Pharmawirkstoffen, Medizinprodukten, Pflanzenschutzmitteln und Nanomaterialien zu bewerten. Der Test ist Bestandteil internationaler regulatorischer Anforderungen, darunter REACH, OECD-, EFSA- und ICH-Leitlinien.
Was ist der Unterschied zwischen klastogenen und aneugenen Effekten?
Klastogene Effekte verursachen strukturelle Chromosomenschäden wie Chromosomenbrüche. Aneugene Effekte führen zu Veränderungen der Chromosomenzahl durch Fehlsegregation während der Zellteilung.
Welche Zellen werden im OECD-487-Test verwendet?
Bei LAUS wird die humane lymphoblastoide Zelllinie TK6 CRL-8015™ verwendet. Diese Zelllinie ist international etabliert und eignet sich für regulatorische Genotoxizitätsprüfungen.
Wann wird eine FISH-Analyse durchgeführt?
Eine FISH-Analyse wird typischerweise nach einem positiven Mikronukleustest durchgeführt, um zwischen klastogenen und aneugenen Wirkmechanismen zu unterscheiden. Dies kann insbesondere für REACH-Bewertungen erforderlich sein.
Kann OECD 487 für Nanomaterialien eingesetzt werden?
Ja. Für Nanomaterialien sind jedoch spezifische Anpassungen des Studiendesigns erforderlich. Dazu gehören der Nachweis der zellulären Aufnahme, die Sicherstellung einer stabilen Dispersion und die Bestätigung einer effektiven Exposition.
Wird der OECD-487-Test mit metabolischer Aktivierung durchgeführt?
Ja. Der Test wird üblicherweise sowohl mit als auch ohne metabolische Aktivierung (S9-Mix) durchgeführt, um unterschiedliche Stoffwechselbedingungen abzubilden.
Welche regulatorischen Anforderungen unterstützt OECD 487?
Der OECD-487-Test unterstützt regulatorische Anforderungen unter anderem für:
· REACH
· OECD
· ICH
· EFSA
· FDA
· EMA